Dienstag, 10. Januar 2017

Schwarzwälder Tannenbaum-Locken

Mahlzeit. Der Tannebaum wandert in die Küche. Jetzt darf ich dem guten Stück wieder mit Messer und Gabel zu Leibe rücken und schwupps kündigt sich bei mir Blitzbesuch an. Sapperlot. Was servieren?  Ein Blick in den Kühlschrank, ein Blick zum Baum, ein Blitzrezept mit Weihnachtsbaum....*Grins*
Schwarzwälder Schinken und Tannen - die perfekte Kombination, auch auf dem Teller :)


Zutaten für die Schwarzwälder Tannebaum-Locken

In ein paar Wochen ist der aufgegessen :D
  • 2-3 EL Creme fraiche oder Schmand, was eben da ist
  • einige Scheiben Schwarzwälder Schinken (oder gewürfelter Speck, Salami oder was eben da ist :))
  • 1 EL gemahlenen Tannennadeln, frisch (sind nach Weihnachten sowieso da :D )
  • 1 Rolle Blätterteig (weil schnell gehen muss ein Fertigprodukt)

Wie man mit dem Tannebaum würzt

Blätterteig aufrollen und zur Hälfte mit Schmand bestreichen. 2/3 des Schinkens auf den Schmand verteilen, mit 2/3 der gemahlenen  Tannennadeln bestreuen. Dann den Teig zuklappen, andrücken und wieder die Hälfte Schmand bestreichen, mit Schinken und den Resten vom Weihnachtsbaum bestreuen. Wieder zuklappen. Das Teigstück hat nun nur noch ein Viertel der Breite. Nun mit einen scharfen Messer in Querrichtung in fingerlange und
fingerdicke streifen schneiden, dreimal um die eigenen Achse verdrehen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und bei 180 Grad Umluft 20-25 min backen.

Lernfähig! Nach drei Jahren Tannenbaum in der Küche weiß
ich endlich, dass das Abschneiden der Nadeln mit der
Schere geht viel schneller geht, als das Abzupfen.
Ab in den Mixer. Bei mit ist das eine uralte elektrische
Kaffeemühle, die aber nach 40 Jahren noch immer
ihren Dienst tut.

Eine Hälfte des Teiges mit Schmand bepinseln,
den Schinken auflegen, den Tannebaum drüber streuen,
zuklappen und gleich noch mal.
Ein wahnsinnig spannendes Bild :-/. Egal.
Nun den Teig  in fingerdicke Streifen schneiden....
...und zweimal verdrehen. Dann ab in den Ofen
mit den Tannenbaum-Locken.

Tannenbaum aufessen - wenn´s mal schnell gehen muss

Der Blätterteig war bei mir noch nicht ganz aufgetaut und ist beim Aufrollen gebrochen, tut dem Geschmack aber einen Abbruch.

Mit gewürfeltem Speck verziehen sich die Locken nicht ganz so. Aus Zeitgründen hab ich das dieses Mal aber mal mit Speckscheiben
versucht. Das Ergebnis war eine etwas verzerrte Optik ;)

Wie man sieht ist es nicht wirklich schwer den Baum zu essen. 1 EL Tannennadeln sind weg, 10 Locken entstanden. In unserem Christbaum schlummern also noch mindestens 500 Tannenbaum-Blätterteig-Locken...was das Kalorien sind, berechnet ich nun lieber nicht :P.


Wer schmeckt besser? Nordmanntanne oder Edeltanne?

Aha! jetzt ist mein Wissensdurst befriedigt und ich bin satt, denn ich kenne nun den geschmacklichen Unterschied. Nordmanntanne schmeckt lieblicher, leicht zitronig. Die Edeltanne kommt viel würziger und kräftiger im Geschmack daher. Für die Tannenlocken war sie genau die richtige Wahl. Die Nordmanntanne ist da im Geschmack ein wenig untergegangen, bzw. hätte man da tatsächlich noch einen halben bis einen ganzen Esslöffel mehr als Gewürz nehmen können. Aber was dem einen zu wenig, ist dem anderen vielleicht schon zu viel. Meine Männer haben sich über die leckere Schweinerei hergemacht und der erste Ast des Baums hat bereits dran glauben müssen.

Isst die denn nur Tannenbäume? 

Nein! Auch wenn das hier so scheinen mag.  Tanne kann man essen, allerdings sollte man das nicht kiloweise tun, denn die Gerbstoffe schlagen bei zu großen Mengen ordentlich auf den Magen. Fraßschutz! Wie bei den Eicheln. Das ich das hier aber so propagandiere, soll nicht heißen, dass ich gegen Gerbstoffe immun bin und wir reihenweise Tannenbäume verdrücken. Wir nutzten  unseren - nur unseren (!) Baum - und den nutzen wir auch zu deutlich mehr, als nur zu Küchenzwecken. So ein Baum ist groß. Tannenbaum ist sehr speziell, von der Verwendungsmöglichkeit durch seinen Geschmack auf wenige Aromen-Kombinationen begrenzt. Etwa so wie Wacholderbeeren, die auch nicht überall dazu passen. Wie lange würde ihr also mit 1,5-2 kg Wacholderbeeren zum privaten Gebrauch würzen? 30 Jahre? Etwa so viel bekommt man aus einem 2-Meter-Exemplar schon an Tannenwürze heraus - die unteren Reihen von Ästen nicht mit verwertet. Ich hab keine Ahnung wie hoch die Schafe ihr Beinchen heben können :P.  Aber ich hab  meinen Spaß dran, den Tannenbaums streckenweise in der Küche zu verarbeiten. Das ist einfach witzig  und ein wenig schräg. Vielleicht wird ads ja ein neuer Trend. wenns hilft, das mehr Biotannen angebaut werden, dann ist das doch gut.
Und noch ein letzte mal ein wenig eigenwerbung: Brauch leider 1-2 Wochen bis das Buch "Schatz, ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen" bei  Euch ist, wenn ihr das heute bestellt. Es wird frisch gedruckt. Ist wie essen. Frisch schmeckt am Besten ;D

Sagt der Tannenzweig zur Tannenbaum-Locke: "Wenn ich ausgedient habe,
will ich auch so ein lecker Häppchen werden."

Kommentare:

  1. Witzige Idee, die Nadeln des Weihnachtsbaumes zu essen. Ich war gestern auf einer kleinen Wanderung im Umland von Berlin und habe zwei Tannenzweige (für ein anderes Rezept) abgezwackt und in der Rucksackseitentasche heimgetragen. Leider habe ich diese dann auf den letzten Metern verloren. Hier wachsen ansonsten nur Kiefern. Könnte dein Rezept damit auch schmecken?

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  2. Hallo multikulinaria,
    Kiefern müssten auch schmecken, vielleicht ein wenig anders, aber nicht unbedingt schlechter. Der Geschmack kommt von Harzen und Gerbstoffen. Auch Kiefernadeln enthalten davon reichlich. Giftig (im Sinne einer Verwendung als Gewürz und in dieser Dosierung auch eingesetzt) ist die Kiefer nicht. Ich würde es einfach mal ausprobieren. Würde mich freuen, wenn du mir dann mitteilst, ob es geschmeckt hat :).

    Einer der häufigsten Artikel die bei mir aufgerufen werden ist übrigens dieser: http://unkrautgourmet.blogspot.de/2014/06/eicheln-sind-giftig-und-dennoch-kann.html - im Grundzug stimmt die Aussage über Giftigkeit auch hier, denn die Gerbstoffe, die die Nadeln so herb machen, stellen natürlich für uns ebenso einen Fraßschutz da. Daher würde ich einen Esslössel nicht überschreiten, eher sogar auf einen Teelöffel reduzieren, wenn man solche Mengen an Gerbstoffen im Essen sonst nicht gewohnt ist. Ich bin da schon durch jahrelange Übung adaptiert. In etwa 280 Jahren müsste ich dann einen ganzen Tannenbaum schaffen ;-).
    Viel Spaß beim Kochen.
    Sindy

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  3. Hallo Sindy,
    finde leider erst heute deine Rezepte mit Tannennadeln - ich wusste gar nicht, dass man die essen kann! Tannenspitzen wusste ich, aber als Würzmittel habe ich unseren Baum noch nie recycled. Das probiere ich aber unbedingt mal aus. Können die Nadeln auch trocken sein? Ich hätte noch ein paar Douglasienzweige vom letzten Jahr, die haben ja ohnehin diesen Zitrusgeschmack bzw. -duft... Danke für die Rezepte!
    Gruß Helene.

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  4. Hallo Helene,
    klar können die Nadeln auch trocken sein. Und Douglasie kann man sicher auch nehmen.
    Ja, die Tannenspitzen...die schmecken hal viel lieblicher und zitroniger, weil sie noch nicht so gerbstoffhaltig und harzig sind, wie ältere Nadeln, aber würzen kann man auch mit den häteren Christbaumnadeln oder eben anderen Nadelbäumen, solnge es nur keine Eibe ist! Eibe ist leider wirklich tödlich giftig, daher muss man sich schon absolut sicher sein (sie riecht übrigens nicht nach Zitrone oder dem typischen Tannenduft).
    Viel Spaß beim Kochen.
    Liebe Grüße aus den noch im Winterschlaf befindlichen Nesseln.
    Sindy

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