Montag, 23. Juni 2014

Nachtkerzen - ein Sirup gegen Husten und ein Öl für die Haut

Die Nachtkerze liebt trockene Standorte.

Es gibt ja viele Hausmittel gegen Husten. Von Spitzwegerichsirup bis Zwiebelsaft sind den Heilkundigen einige Rezepturen aus der Natur geläufig, die Nachtkerze (Oenothera biennis) ist dabei eher unbekannt, aber ebenso hilfreich.

Nachtkerzen schmeicheln der Haut

Nachtkerzenöl kennt vielleicht der eine oder andere Neurodermitiker. Tatächlich haben Nachtkerzen einen überaus positiven Einfluss auf die Haut, vor allem das Öl. Auch für Smoothis sind die Blüten eine echte Bereicherung und ein Jungbrunnen für die die aüßere Hülle. Ein tolles Rezept für wahre Schönheit von Innen ist der Nachtkerzenblüten-Melonen-Smoothie.

 

Nachtkerzenöl gegen Neurodermitis, Diabetes, MS und Hyperaktivität

Das Öl wird aus den winzigen Samen gewonnen, was eine wahnsinnig mühsame Prozedur ist und leider nicht tauglich, um das Vorgehen zur Ölgewinnung hier vorzustellen. Nachkerzenöl kann man in guten Ölmühlen oder der Apotheke kaufen. Die Samen aus denen das Öl gewonnen wird haben eine sehr hohen Anteil an Gamma-Linolsäuren, was bei Neurodermitis zu einer deutlichen Linderung ihrer Ekzeme und Schübe führen kann. Dafür reichte es einen TL täglich z.B. in Salatsoßen zu mischen. Nachtkerzenöl findet auch Anwendung bei eine zu hohen Cholisterinspiegel, bei der Behandlung von Multipler Sklerose, Diabetes Typ II, bei Wecheljahrbeschwerden oder PMS. Neu und relativ erfolgreich ist der Versuch Nachkerzenöl auch bei hyperaktiven Kindern und ADHS-Kindern anzuwenden. Die Kinder werden oft ruhiger, wenn sie Nachtkerzenöl über die Nahrung zugeführt bekommen. Vermutlich spielt hier die Versorgung mit essenziellen Fettsäuren eine große Rolle, die in der Nachtkerze ebenfalls reichlich vorhanden sind, so wie Ölsäuren.
Auch soll Nachtkerzenöl die Immunabwehr stärken und - jetzt wird es spanned - eine gewissen Leberschutzwirkung haben. Angeblich soll ein Kater nach zu viel Alkoholkonsum mit der Einnahme von Nachtkerzenöl schnell besser werden.  Ich hab das noch nie ausprobiert, würde mich aber über Rückmeldungen freuen.

Eigene Erfahrungen mit Nachkerzenöl

Mein Sohn ist ein solcher Neurodermitis-Patient. Die äußerliche Anwendung von Nachtkerzenöl haben wir abgebrochen, da wir da keine Besserung feststellen konnten. Was aber geholfen hat, war jener TL Nachtkerzenöl, den ich hier und da immer mal wieder unter das Essen gemogelt habe. Das war und ist nicht immer einfach, denn Nachtkerzenöl hat einen ganz eigenwillen Geschmack. Anfangs saß mein Sohn deshalb etwas naserümpfend vor der Nudelsoße. Ich hab die Dosis dann erst mal auf ein paar Tropfen gesenkt und nach und nach auf 1 TL erhöht. Nach wie vor hat er Neurodermitis, aber die Schübe und ihre Intensität sind deutlich zurückgegangen und die Katzerei haben wir im Griff. Heute findet er das  Mixen von Smoothies "cool", so da kommt der TL dann einfach hinein - oder eben ein paar Blüten. So bin ich auf die Nachtkerze aufmerksam geworden.

Ob Haut oder Schleimhaut scheint der Nachtkerze gleich zu sein: Sie lindert. Und so gibt es dann auch einen Sirup aus den Blüten, der gegen Husten und Bronchitis hilft. Bevor man zu härteren Mitteln greift, kann man den Sirup ausprobieren. Bei der Naturheilkunde und Homöopathie ist es eh so, dass das Kraut zum Menschen passen muss.  Den einen hilft Spitzwegerich, dem anderen Eibisch, dem dritten Efeu und ich bin irgendwie bei der Nachtkerze hängen geblieben.

Nachtkerzensirup gegen Husten herstellen:

Nachkerzenblüten werden werd mal zu einem Tee gekocht, der mit Zuckerlösung zu Sirup angedickt wird.

Nachtkerzensirup gegen Husten.
Die Nachtkerzenblüten werden am Nachmittag gesammelt und umgehend verarbeitet. Zwei Handvoll Blüten werden in 250 ml heißem Wasser bis zum Siedepunkt erhitzt (es darf nicht kochen!). Danach den "Tee" noch 15 min ziehen lassen.
In der Zeit eine dicke Zuckerlösung kochen (Wasser und Zucker im Verhältnis 1:1).
Anschließend die Blüten aus dem Tee fischen und ausdrücken. Die Teemenge abmessen und die gleiche Menge Zuckerlösung zugeben. Der so hergestellte Sirup ist im Kühlschrank mehrerer Wochen haltbar. Man kann ihn auch Einfrieren, so dass man in der Erkältungzeit den Sirup vorrätig hat.



Was Nachtkerzen mit Bahnlaternen und starken Stieren zu tun haben

Eine Geschichte am Rande:  Nachtkerzen sind auch unter dem Namen "Bahnlaternen" bekannt, weil sie ihre Blüten meist abends erst so richtig öffnen und gerne an Bahnlinien entlang wachsen. Auch in Steinbrüchen oder ähnlich trocken Standorten findet man Nachtkerzen. Andere Synonyme sind "gelbe Rapunzel" oder Schinkenwurzel. Letzen Namen hat sie wahrscheinlich, weil ihre Wurzel beim Kochen rot anläuft und die Farbe von Schinken annimmt. Und tatsächlich soll in der Nachtkerzenwurzel die Kraft von zwei Stieren enthalten sein. Nun denn: Der Glaube versetzt Berge.


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