Samstag, 31. Mai 2014

Schottisches Stampfbrot aus Rotkleeblüten - das chambrock oder thambrak

Die Blüten des Rotklee werden getrocknet.
Bei meinen Recherchen zum Rotklee bin ich auf ein wages, altes Rezept aus Schottland oder Irland gestoßen, wo aus Rotkleeblüten eine Art Stampfbrot zubereitet wird. Das musste ich ausprobieren, also begab ich mich mit einem wackeligen Rezept in die Versuchsküche. Eines vorab: Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend. Es kann ja auch nicht immer alles klappen. Deswegen steht diese Geschichte nicht unter den Rezepten, sondern wird unter den "Geschichten" einsortiert.

Das Rezept für Stampfbrot: 

Das Rezept in eine alten, verfledderten Buch gefunden lautete:  250g getrocknete Rotklee-Blüten zu Mehl zerstampft und anschließend mit etwas Salz, 1TL Öl und ca 180ml Wasser zu einem Teig verarbeitet. Den Teig  15 min quellen lassen und anschließend dünn zu einer Art Knäckebrot ausgestrichen 30 min bei 170 Grad backen.

Die  Blüten werden im Mörser zu Mehl gestampft.
Soweit die Hinweise. Ich hab mich in den schottischen Foren noch quer gelesen, bin aber nicht wirklich weitergekommen. Ich musste also selbst experimentieren.
Das Stampfkleebrot wurde in Hungerszeiten "erfunden". In Ermangelung von Mehl und anderen Ersatzstoffen hatten die Schotten eben jede Menge Klee. Da muss man doch was draus machen können...

Immerhin ist Rotklee ja nun nachweislich gesund.Was nun? Mir stellen sich einige Frage: Verwende ich ausschließlich die roten Blüten oder können es die ganzen Blütenköpfe sein? Geht das Rezept auch mit Weißklee, denn bei uns im Garten ist dieser eher vertreten als die rote Gattung. Ich entschied mich für die ganzen Blütenköpfe. Da 250 g schon eine richtig große Menge sind, drittelte ich die Angaben. Getrocknet wiegen die Blüten so gut wie nichts. Man muss schon die schottischen Highlands abmähen um so viele Blüten zu sammeln, vor allem wenn diese dann doch nur die reinen Blütenblätter ohne die Blütenkelche verwenden. So was macht man nun wirklich nur in Notzeiten.

Die gequollene "Pseudomehl"-Masse auf Backpapier
ausstreichen....hm....wenn man das zu Presslingen
verarbeiten würde, wäre es Hasenfutter.
Sammeln, trockenen, zermahlen, zubereiten, backen - insgesamt beschäftigte mich dieses Rezept  5 Tage. Als ich das "Brot" aus dem Ofen holte, war ich überrascht: Tatsächlich, eine Art Knäckebrot, nur strohiger. Aber der Geschmack.....gruselig. Man muss schon richtig Hunger haben, um so ein Brot freiwillig zu essen. Auch Butter konnte den heuartigen Geschmack nicht wirklich verbessern und die Konsitenz im Mund (schon mal ins Gras gebissen?) war recht gewöhnungsbedürftig. Die Kauwerkzeuge haben einiges zu tun, die faserige Kost einzuspeicheln. Ballaststoffhaltig ist das Chambrock nach diesem Rezept zu 100%. In Hungerzeiten hat man immerhin den Magen voll und die Gedärme können sich in anbetracht der Fülle an Fasern an dieser kargen Kost erquicken. Aber wirklich auch nur die Gedärme.

Fazit: So lässt sich das Brot auf keinen Fall genießen. Dennoch kann man das Rezept bestimmt verfeinern. 
Da half auch keine Butter - aus diese Weise ließ sich
das Stampfbrot nicht essen.
  • Ich denke, dass man wirklich nur die Blüten nimmt und diese eben abzupfen muss. Es werden als eine Unmenge an Blüten benötigt für den nächsten Versuch. 
  • Wichtig auch: Das wirklich alle Blüten strohtrocken sind um diese fein zermahlen zu können. Grade die Blütenköpfe waren es, die beim Zerreiben im Mörser nicht ganz fein gemahlen werden konnten und viel zu faserig blieben. Je trockener die Blüten, desto leichter lassen sie sich zerreiben.
  • Irgendwie fehlt dem Brot Geschmack. Ein paar würzige Wiesenkräuter müssen hier unbedingt rein. Hier brüte ich noch ein wenig drüber, was da wohl zu Rotkleeblüten-Brot passt und werde weiter nach einem Rezept für Chambrock suchen. Wenn ich ein brauchbares Rezept entwickelt oder gefunden habe, werdet Ihr es unter den Rezepten finden. 
Auch das wollte ich euch nicht vorenthalten: Es gibt viele Rezepte, aber nicht alle taugen etwas.



1 Kommentar:

  1. Liebe Sindy,

    juchhu, du hast die anonyme Kommentarfunktion für mich installiert.
    Heute abend gab es bei uns "deine" Brennesselquiche: ich habe bei der flüssigen Masse etwas abgewandelt, also mehr drüber. Ich sage dir: es war lecker und toll saftig! David wird das morgen sicher in der Schule erzählen. Beim Salz war ich etwas zu sparsam, das haben wir beim essen ausgeglichen. Meine Idee wäre noch Schafskäsewürfel reinzumachen.
    Und wir haben im Biotop tolle Brennessel gefunden. Da war überhaupt allerhand zu finden, also auch Waldmeister. Ein paar Blätter Spitzwegerich landeten im Salat und demnächst kannst du mir mal sagen, was im Biotop noch essbares wächst.
    Sei herzlich gegrüßt von Susanne
    Dein heutiges Rezept war ja ein sehr mutiger Selbstversuch! Vielleicht gutes Hühnerfutter, oder doch lieber für die Kühe?

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